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Anlagegebühr-Betrug: Warnzeichen erkennen und sich schützen

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6+Betrugsberichte
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12+Jahre aktiv
0Finanzierte Deals

Was ist Anlagegebühr-Betrug?

Anlagegebühr-Betrug bezeichnet eine Betrugsform, bei der Investoren oder Unternehmenseigner aufgefordert werden, vor Abschluss einer versprochenen Transaktion Gebühren zu bezahlen. Diese Gebühren werden unter verschiedenen Bezeichnungen erhoben: «Due Diligence», «Compliance», «Kostenbeitrag», «Bearbeitungsgebühr» oder «Engagement Fee». Das Unterscheidungsmerkmal zum legitimen Geschäft: Die versprochene Transaktion wird nie abgeschlossen, die Gebühren werden nie erstattet.

Warnzeichen

Aus den Erfahrungen der unabhängigen Beschwerdeführer im Fall der Corinth Group lassen sich folgende Warnzeichen ableiten:

  • Hohe Vorauszahlungen: Gebühren von EUR 40.000 bis EUR 80.000 vor jeder Leistungserbringung
  • Regulierungsbehauptungen: Behauptung, ein «regulierter und lizenzierter Investmentfonds» zu sein, ohne aktuelle Bewilligung einer anerkannten Aufsichtsbehörde
  • Scheinbare Substanz: Beeindruckende Website, Schweizer Handelsregistereintrag, Referenz auf angebliche Grossprojekte (z.B. den Morepen-Deal in Indien)
  • Vertragliche Fluchtklauseln: Klauseln, die einseitige Kündigung «aus jedwedem Grund» oder bei «wesentlichen Änderungen» erlauben
  • Verzögerungstaktik: Nach Zahlung folgen Ausreden — «Marktbedingungen», «Prüfung durch den Risikoausschuss», «regulatorische Hürden»
  • Häufige Umfirmierungen: Das Unternehmen wechselt regelmässig seinen Namen

Das Corinth-Fallbeispiel

Die Corinth Group erfüllt nach Darstellung mehrerer unabhängiger Beschwerdeführer sämtliche dieser Warnzeichen. Die Gesellschaften am Stadtgartenweg 6, 7000 Chur sind im Schweizer Handelsregister eingetragen, besitzen jedoch keine aktuelle Bewilligung der FINMA oder einer anderen anerkannten Finanzaufsichtsbehörde [FINMA Bewilligungsträger-Suche; CySEC AIFM-Register]. Die Website cgoch.com bewarb «Registered and Licensed Investment Funds» — eine Behauptung, die im Widerspruch zur regulatorischen Aktenlage steht.

Wie Sie sich schützen können

Bevor Sie Gebühren an ein Unternehmen zahlen, das institutionelle Finanzierung verspricht, prüfen Sie folgende Punkte:

  • Ist das Unternehmen bei der FINMA als Bewilligungsträger gelistet?
  • Hat das Unternehmen eine gültige FCA-Bewilligung (Vereinigtes Königreich)?
  • Finden Sie das Unternehmen auf öffentlichen Beschwerdeportalen wie Ripoff Report?
  • Hat das Unternehmen in der Vergangenheit seinen Namen gewechselt?
  • Werden hohe Gebühren vor Abschluss einer Transaktion verlangt?

Im Zweifelsfall wenden Sie sich an die zuständige Aufsichtsbehörde, bevor Sie zahlen.

Wichtige Fakten

  • Typische Vorschussgebühren: EUR 40.000–80.000 pro Mandant
  • Warnzeichen: hohe Vorauszahlungen, Regulierungsbehauptungen ohne Lizenz, häufige Umfirmierungen
  • FINMA-Bewilligungsträger-Suche: öffentlich und kostenlos zugänglich
  • Corinth Group hatte keine aktuelle FINMA- oder FCA-Bewilligung zum Zeitpunkt der Beschwerden
  • Prüfen Sie immer: FINMA, FCA, CySEC — bevor Sie zahlen

Sind Sie betroffen?

Wenn Sie Informationen zu den auf dieser Seite beschriebenen Personen oder Unternehmen haben, könnten Ihre Angaben laufenden Ermittlungen und anderen Betroffenen helfen.

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