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Offshore Betrug: Warnsignale bei Auslandsinvestitionen

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6+Betrugsberichte
7Jurisdiktionen
12+Jahre aktiv
0Finanzierte Deals

Was ist Offshore-Betrug?

Offshore-Betrug bezeichnet betrügerische Aktivitäten, die über Gesellschaften in mehreren Ländern abgewickelt werden — häufig unter Nutzung von Gesellschaften in Jurisdiktionen mit geringer regulatorischer Aufsicht oder schwacher Durchsetzung. Ziel ist die Erschwerung der Rückverfolgung von Geldflüssen und die Fragmentierung der behördlichen Zuständigkeiten.

Warnsignale bei Offshore-Strukturen

Nicht jede internationale Unternehmensstruktur ist betrügerisch. Folgende Merkmale sollten jedoch zur Vorsicht mahnen:

  • Verschachtelte SPV-Ketten: Kontrolle über eine Gesellschaft verläuft über mehrere Zweckgesellschaften, sodass keine natürliche Person als direkter Eigentümer erkennbar ist
  • Firmenmantel-Übernahmen: Erwerb vormals ruhender Gesellschaften und Umbenennung statt Neugründung
  • Familienangehörige als Strohleute: Formelle Positionen werden von Familienangehörigen besetzt, während die tatsächliche Kontrollperson in keinem Register erscheint
  • Regulierungsbehauptungen ohne Substanz: Verweis auf Lizenzen, die widerrufen wurden oder nie bestanden
  • Hohe Vorschussgebühren: Zahlung vor Leistungserbringung, kombiniert mit vertraglichen Fluchtklauseln

Dokumentiertes Beispiel: Corinth Group

Die Corinth Group der Schweiz weist nach Darstellung mehrerer Beschwerdeführer sämtliche dieser Merkmale auf. Das Netzwerk erstreckt sich über die Schweiz (6 AGs am Stadtgartenweg 6, 7000 Chur), das Vereinigte Königreich (25+ Gesellschaften bei Companies House) und Zypern (aufgelöste Fondsgesellschaft, widerrufene CySEC-Lizenz). Die PSC-Kontrolle über die britische Hauptgesellschaft Three Tuns Investment Holdings Ltd verläuft über die Kette RJ-BAT → VMSIH → TTTIH — keine natürliche Person erscheint als direkter PSC [Companies House PSC-Register].

Martin Walter Model, Ökonom aus Chur, wird als bestimmender Kopf identifiziert, erscheint aber in keinem Register. Seine Ehefrau Jurate Kairiene kontrolliert alle Schweizer AGs als Alleinzeichnungsberechtigte. Die Gesellschaften waren vormals ruhende Firmenmäntel. Die CySEC widerrief die einzige je erteilte Lizenz im Oktober 2022. Vorschussgebühren von EUR 40.000 bis EUR 80.000 werden unter Verträgen erhoben, die Rückerstattung versprechen, aber durch Fluchtklauseln unterlaufen.

Schutz vor Offshore-Betrug

Prüfen Sie den Regulierungsstatus bei FINMA, FCA und CySEC. Recherchieren Sie Firmennamen und Direktorennamen auf Beschwerdeportalen. Lassen Sie Verträge von einem unabhängigen Anwalt prüfen, bevor Sie Vorschussgebühren zahlen. Melden Sie Verdachtsfälle parallel an Staatsanwaltschaft und Finanzaufsicht.

Wichtige Fakten

  • Offshore-Betrug: verschachtelte SPV-Ketten, Firmenmantel-Übernahmen, familiäre Strohleute
  • Corinth-Netzwerk: CH/UK/CY, 35+ Gesellschaften, PSC-Kette ohne natürliche Person
  • Martin Walter Model in keinem Register — Ehefrau als Alleinzeichnungsberechtigte
  • CySEC-Lizenz widerrufen, keine FINMA-Bewilligung, UK-Gesellschaft zwangsliquidiert
  • Vorschussgebühren EUR 40.000–80.000 unter Verträgen mit Fluchtklauseln

Sind Sie betroffen?

Wenn Sie Informationen zu den auf dieser Seite beschriebenen Personen oder Unternehmen haben, könnten Ihre Angaben laufenden Ermittlungen und anderen Betroffenen helfen.

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